Artikel 33.1
Gott hat einen Tag bestimmt, an dem er die Welt richten wird in Gerechtigkeit durch Jesus Christus, dem alle Macht und alles Gericht vom Vater übergeben ist. An diesem Tage werden nicht nur die abgefallenen Engel gerichtet, sondern in gleicher Weise werden alle Menschen, die auf Erden gelebt haben, vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, um Rechenschaft über ihre Gedanken, Worte und Taten abzulegen und um das zu empfangen, was ihnen - aufgrund ihrer guten oder bösen Taten während ihres Erdenlebens - zusteht.
Diesen Tag hat Gott zu dem Zweck angesetzt, damit seine herrliche Barmherzigkeit und Gerechtigkeit öffentlich erwiesen wird: die Barmherzigkeit in der ewigen Erlösung der Erwählten; die Gerechtigkeit in der Verdammnis der Veworfenen, die gottlos sind und den Gehorsam verweigern. Dann werden die Gerechten ins ewige Leben eingehen und jene Fülle der Freude und Erquickung empfangen, die von der Gegenwart des Herrn ausgeht; aber die Gottlosen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium Christi nicht gehorchen, werden in die ewige Qual geworfen und mit ewigem Verderben durch die Gegenwart des Herrn und seine majestätische Gewalt bestraft.
Christus will, daß wir in fester Überzeugung mit dem kommenden Gerichtstag rechnen, aber auch, daß
uns dieser Tag unbekannt bleibt. Die Überzeugung, daß es einen Tag des Gerichts geben wird, soll beidem
dienen: alle Menschen von Sünden abzuschrecken und die Gottesfürchtigen mit größerer Zuversicht
in ihren Nöten zu trösten. Da jedoch dieser Tag unbekannt bleibt, soll der Mensch alle Selbstgerechtigkeit
abschütteln und immer wachsam sein, weil er nicht weiß, zu welcher Stunde der Herr kommen wird. - So
soll er immer bereit sein zu sagen:
Komm, Herr Jesus, komm bald. Amen.