ANMERKUNG
Zum Thema "gute Werke" und "Belohnung" führt das Niederländische Glaubensbekenntnis von 1559 treffend aus: "Die Menschen können ohne den wahren Glauben, den der Heilige Geist durch das Hören auf das Wort Gottes gewirkt hat, niemals etwas aus Liebe zu Gott tun, sondern nur aus Eigenliebe und der Furcht vor Verdammnis. Durch den Glauben an Christus werden wir gerecht - bevor wir gute Werke tun. Denn sonst könnten unsere Werke nicht gut sein, ebensowenig wie die Früchte eines Baumes gut sein können, bevor der Baum selbst gut ist. So tun wir demnach gute Werke, ohne etwas damit zu verdienen. - Denn was könnten wir verdienen? - Ja, wir sind die guten Werke, die wir tun, Gott schuldig; Gott ist uns aber nichts schuldig; zumal Gott es ist, der 'in uns wirkt das Wollen und das Vollbringen nach seinem Wohlgefallen'. Darum laßt uns achthaben auf das, was geschrieben steht: 'Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sagt: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren'.
Indessen wollen wir nicht leugnen, daß Gott die guten Werke belohnt - aber es ist durch seine Gnade, daß er seine Gaben krönt. Und, obwohl wir gute Werke tun, so gründen wir doch unsere Erlösung nicht darauf. Denn wir können kein Werk tun, das nicht durch unser Fleisch befleckt und strafbar wäre. Und könnten wir auch ein gutes Werk hervorbringen, so genügte es doch, daß Gott einer Sünde gedächte, um es zu verwerfen. So würden wir immer im Zweifel sein, ohne eigene Gewißheit (WB 18) hin und her getrieben, uns unsere armen Gewissen würden immer gequält werden, wenn sie sich nicht auf die Verdienste des Leidens und Sterbens unseres Heilands stützten" (Artikel 24).