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Belästigt dich der Teufel auch? Predigttext: Predigttext: Matthäus 4,1-11:
1 Da wurde
Jesus vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde.
Liebe Brüder und Schwestern in unserem Herrn Jesus
Christus, liebe Gäste! Aber wie ist das für uns Christen? Belästigt der Teufel dich? Christen, die die Bibel als Gottes zuverlässiges Wort annehmen, können jedenfalls nicht leugnen, dass der Teufel existiert. Schon in 1. Mose 3 lesen wir über ihn im Paradies. Der große Gegner Gottes, ein abtrünniger Engel, der Gott hasst und Menschen zum Bösen verführt. Wir begegnen ihm auch im Buch Hiob. Und gerade haben wir gelesen, dass der Teufel damals auch den Herrn Jesus Christus in der Wüste belästigt hat. Aber jetzt noch einmal die Frage: Belästigt der Teufel auch dich? Und wenn ja, was tust du dagegen? Durchaus die gefährlichste Antwort ist, wenn man sagt: “Ich bin ihm gewachsen. Seine Verführungen tun mir nichts. Sex und brutale Gewalt im Fernsehen, DVD’s und Internet, dadurch verliere ich meinen Glauben wirklich nicht. Und die zehn Zigaretten pro Tag? Na und? Sterben muss ein Mensch sowieso. Und die fünf Liter Bier am Samstagabend? Ach was soll das, das ist ja nur für die Gemütlichkeit. Und das bisschen Einkommen, das ich vor dem Finanzamt verschweige? Was meinst du? Ich arbeite doch nicht für den Finanzminister! So reden viele. Aber wenn man so redet, ist der Teufel näher als Jesus. Dann hat man sich eigentlich schon einwickeln lassen. Liebe Brüder und Schwestern, wir begehen einen großen Fehler, wenn wir uns dermaßen überschätzen. Niemand hier auf Erden ist dem Teufel gewachsen. Er ist uns allen überlegen. Er ist der beste Scharfschütze, den es gibt. Er kennt die besten Hinterhalte. Und er kennt deine schwachen Seiten genau. Trotzdem sind wir nicht automatisch eine einfache Schießscheibe. Denn Jesus gibt es auch noch und er ist dem Teufel wirklich gewachsen. Als einziger. Teuflische Verführungen sind nicht das Problem. Das wirkliche Problem ist: ob und wie man sich dagegen bewaffnet. Und das können wir von Jesus lernen. Ich habe meine Predigt wie folgt zusammengefasst: Jesus, unser Herr, ist als einziger dem Teufel gewachsen. Unterstelle dich deshalb Ihm und bekomme Kraft von ihm. Der Sohn Gottes hat sich erniedrigt, als er zu der Erde kam. Wir sehen es im Weihnachtsevangelium, wenn Jesus sich absichtlich für die Armut und Verwundbarkeit einer Geburt in einem Stall entscheidet, inmitten eines Volkes, das ihn nicht willkommen heißt, und unter einem Herrscher, der ihn gerne kaltmachen möchte. Diese Erniedrigung sehen wir auch bei der Taufe Jesu in der Jordan. Johannes der Täufer verwehrt sich dagegen, vergebens. Obwohl Jesus ohne Sünde ist, unterstellt Er sich absichtlich der Taufe für Sünder, damit alle Gerechtigkeit erfüllt werden kann. Nach ihrer Taufe dürfen die Leute - trotz ihrer Sünde - wieder nach Hause gehen in ihre Städte und Dörfer, während Jesus - ohne Sünde - für sie in die Wüste geführt wird. Denn dort, in der Wüste von Juda, sehen wir ein neues Beispiel von Jesus Selbsterniedrigung. Jesus lässt sich belästigen von seinem hässlichen Gegner, dem Satan. Wir dürfen diese Begegnung nicht unterschätzen. Es war nicht einfach für Jesus, nur weil er Gott war. Nein, es muss für ihn eine widerliche Erfahrung gewesen sein, dass der Satan ihm so nahe kommt. Ja, ihn sogar mitnimmt auf die Zinne des Tempels und auf einen sehr hohen Berg und ihn mit schrecklichen, korrupten Vorschlägen konfrontiert. Aber Jesus lässt es zu. Denn auch dies sollte geschehen. Wie schon früh in 1. Mose 3 prophezeit, musste Jesus von dem Satan an den Fersen getroffen werden. Damit Er ihm später den Kopf zertreten konnte. Denn nur so konnte deutlich werden, dass Jesus nicht versagen würde, dass Er gehorsam und kräftig genug war für die Rettung der Menschen. Eigentlich ist es sehr bemerkenswert, dass wir überhaupt von dieser Kraftprobe zwischen den zwei stärksten Großmächten im Kosmos erfahren, denn keiner von den Jüngern war dabei. Jesus muss ihnen darüber später selbst erzählt haben. Vers 1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt. Es war die Wüste von Judäa. Schön, aber auch dürr. Erstickend heiß tagsüber, eiskalt in der Nacht. Keine Feriengegend. Für Jesus gab es weder einen gemütlichen Wohnwagen noch ein luxuriöses Zelt. Vermutlich schlief Jesus in einer der vielen Höhlen, die es dort gibt. In dieser schlimmen Gegend erniedrigt Jesus sich dann auch noch weiter, indem er fastet, vierzig Tage und vierzig Nächte. Das bedeutet nicht unbedingt, dass er überhaupt nichts trank, denn das überlebt man nur wenige Tage, aber im Lukasevangelium, lesen wir wohl, dass Jesus in dieser Periode gar nichts aß. Kein Wunder, dass er sehr hungrig wurde. Hast du schon mal gefastet? Und wenn ja, wie lange? Ein paar Tage? Vielleicht eine Woche? Ich finde das sehr beeindruckend, wenn ich dies lese: vierzig Tage und vierzig Nächte. Wie weit geht Jesus in seiner körperlichen und geistlichen Abhängigkeit von Gott! Und in seiner Liebe für dich und mich. Ja, das auch. Jesus wollte es am eigenen Leib erfahren, wie schlimm extremer Hunger ist, damit er für immer mit den Hungrigen mitfühlen könnte. Aber das wichtigste Ziel dieses Fastens war für ihn: völlige Konzentration auf seinen Vater im Himmel. Denn wie leer sein Magen auch war in dieser Periode, und wie schwach Er körperlich auch war, während dieser Zeit hat Jesus in geistlichem Sinne aufgetankt. Fasten heißt nicht nur schlaff und leer werden, sondern stark und voll. In der Nähe seines Vaters ließ Jesus sich mit aller Kraft erfüllen, die Er für den großen Kampf gegen die Macht der Finsternis brauchte. Gerade wenn Jesus körperlich total erschöpft ist, schlägt der Teufel zu. So kennen wir ihn. Er ist ja wie Petrus sagt, ein brüllender Löwe der umher geht und sucht, wen er verschlingen kann. Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. Damit sagt der Teufel eigentlich: sprich nur und es wird geschehen. Der Teufel weiß also sehr gut, wer Jesus ist, der Schöpfer selbst der nur zu sprechen braucht und es ist da. Aber wie sehr hier auch Jesus vielleicht das Wasser in den Mund gelaufen ist, Er verzichtet darauf. Jesus weiß, dass Gehorsam Geduld erfordert. Er kennt die Bibel durch und durch und weiß, dass es im Leben mehr gibt als Brot. Die Geschichte des Mannas, das Gott damals gab, hatte ihn gelehrt, dass man geduldig warten soll bis Gott selbst spricht und Brot gibt. In seiner Antwort hält er sich also fest an das Sprechen Gottes: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. Jesus verweigert sich also seine schöpferische Gaben selbstständig ohne Zuversicht auf Gott zu gebrauchen. Darauf hoffte der Teufel natürlich. Jesus hätte es tun können. Er war hungrig genug. Jesus weiß aber, dass wenn er das machen würde, in diesem Moment, so früh noch in seiner offenbaren Arbeit, er das Kreuz auf Golgotha nie erreichen würde. Nein, Er will seine Gaben nicht für sich selbst gebrauchen, sondern für sein Volk. Deshalb wartet er auf Gott, trotz seines großen Hungers. Das ist imponierend lehrreich. Denn Gott hat auch dir und mir Gaben gegeben, auf jeden Fall eine und oft mehrere. Und die Frage ist immer: benutze ich meine Gaben nur für mich selbst, unter meinen Bedingungen? Oder benutze ich sie auch für andere? So kann man seine schöne Stimme benutzen für großen persönlichen Reichtum. Jesus lehrt uns aber, dass das nicht wirklich befriedigt. Es gibt viel mehr. Viel schöner ist es wenn man seine Gaben für andere Menschen benutzt, in Zuverlässigkeit auf Gott und zu seiner Ehre. Dann folgt der zweite Angriff. Dieses Mal nimmt der Satan Jesus mit und stellt ihn oben auf den Tempel in der Heiligen Stadt Jerusalem. Und er fragt ihn: stürz dich hinab, und zitiert dabei Worte aus Psalm 91 wo steht: denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. Stellen wir uns das mal vor! Es wäre eine unglaubliche Sensation, nicht wahr? Jesus der sich hinabstürzt und im letzten Moment von Engeln gerettet wird. Warum würde er das nicht machen? Würden die Leute auf den Tempelplatz nicht total begeistert sein und ihm sofort folgen? Ich denke, dass so etwas tatsächlich funktionieren würde. Viele würden ihm hinterher gehen. Die Frage ist nur: mit welcher Motivation? Aus Neugier, aus Begeisterung, aus Hunger nach neuen sensationellen Kunststücken? Oder aus wirklichem Glauben? Darum stürzt Jesus sich nicht hinab. Er will nicht die Innenkurve nehmen, den einfachen Weg. Er hat sich für den langen, schwierigen Weg der Selbsterniedrigung entschieden. Sensationelle Kunststücke (auch religiöse!) sind nicht geeignet, wenn es darum geht Leute für das Königreich Gottes zu gewinnen. Denn der Hunger nach Sensation ist unendlich groß. Was heute sensationell packend ist, ist übermorgen einschläfernd langweilig. Aber etwas anderes ist für Jesus noch wichtiger. Er antwortet: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. Gott ist kein Sprungnetz im Zirkus, das man ausprobieren kann. Er möchte schon, dass wir ihm vertrauen und Risiken eingehen und dann wird er uns auch wirklich beschützen. Aber dann soll unser Ziel sein: Ihm dienen und nicht uns selbst promoten. Man kann nicht mit den Rettungskräften Gottes herum spielen und experimentieren. Dann stellt man Ihn auf die Probe. Und das ist unendlich gefährlicher als sich von einem hohen Gebäude hinabzustürzen. Noch einmal versucht der Teufel Jesus zu erwischen, damit er in die Knie geht. Sogar buchstäblich. Verse 8-9: Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Jetzt wird der Satan direkt. Keine Bibelzitate mehr, keine Berufung auf Jesus Macht oder Gottes Sorge, sondern unumwunden fragt er Jesus, sich in Anbetung vor ihm nieder zu werfen. Man spürt hier, dass der Satan eifersüchtig ist auf Jesus Liebe für Gott, seinen Vater. Diese Liebe möchte er so gerne für sich haben. Er will sie sogar mit Macht und Reichtum kaufen. Das besondere an diesem Vorschlag ist, dass die Aussicht auf Macht und Pracht für Jesus nicht neu ist. Er weiß, dass Er sie bekommen wird. Am Ende des Weges, wenn alle Elend gelitten ist. Wenn sein Vater ihn wieder zu sich nimmt an seiner rechten Hand. Das verführerische in dieser dritten Versuchung ist natürlich, dass Jesus die Macht und Pracht dieser Welt sofort bekommen kann. Ohne Blut, Schweiß und Tränen. Ohne Spott, Verrat und Schmerzen. Lediglich, indem Er vor Satan in die Knie geht. Aber Jesus verzichtet wieder. Er lässt sich nicht kaufen. Vers 10: Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.
Es klingt Entrüstung durch in diesen Worten. Weg
mit dir, Satan! Jesus erträgt diese korrupten Vorschläge nicht länger. Er hält
sich fest an das große und erste Gebot: Gott als einzigen zu ehren und lieben. Aber glücklicherweise ist Jesus nicht in die Knie gegangen! Er hielt durch. Er wollte nicht wie wir den schnellen Gewinn. Er desertierte nicht, sondern blieb auf seinem Posten. Deshalb ist Er unser großer Held. Hungrig und schwach entschied er sich gegen den Satan und für Gott. Und das, in sich selbst, ist ein prächtiges Vorbild von Anbetung. Jesus, Sohn des Königs geht vor seinem Vater, dem König in die Knie. Und damit wissen auch wir, was zu tun ist. Vielleicht meinst du: “Wunderbar, wie Jesus dem Teufel antwortet, aber ich kann das nicht. Manchmal fühle ich mich stark in meinem Glauben und fühle Wärme in meinem Herz. Aber viel öfter fühle ich mich schwach. Meine Liebe für Jesus und Gott kühlt so schnell ab. Dann kapituliere Ich vor dem Teufel. Das ist begreiflich, mir geht es auch so. Aber gerade deshalb ist es so wichtig, dass wir uns zuerst Jesus und seinem Schutz unterstellen. Denn Er ist der große, starke Sieger. Er ist uns im Kampf vorangegangen und Er hat mit seiner Kraft deine Schwäche und Schlaffheit wettgemacht. Durch Gnade beschützt Jesus uns gegen die Angriffe des Teufels. Es gibt also einen großen Unterschied zwischen uns und Jesus. Er ist stark, wir sind schwach. Seine Liebe für Gott kühlt nie ab. Deshalb dürfen wir auch beten: “Erlöse uns vom Bösen.” Aber wir sollten es nie vergessen: es gibt auch eine wichtige Übereinstimmung zwischen Jesus und uns. Denn Jesus ist mit demselben Geist erfüllt, mit dem er dich und mich erfüllen möchte. Und die Kraft dieses Heiligen Geistes brauchen wir jeden Tag. Deshalb sollten wir jeden Tag um die Erfüllung mit dem Heiligen Geist beten, denn wir alle haben ein Leck in unserem Herzen. Wenn wir nicht um den Geist beten, verschwindet Er von selbst aus unserem Leben. Und dann sind wir nicht gegen die Angriffe des Teufels geschützt. In Epheser 6 schreibt Paulus: Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Seid also standhaft: Gürtet euch mit Wahrheit, zieht als Panzer die Gerechtigkeit an und als Schuhe die Bereitschaft, für das Evangelium vom Frieden zu kämpfen. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! Mit ihm könnt ihr alle feurigen Geschosse des Bösen auslöschen. Nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes. Jesus trug diese selbe Waffenrüstung, als er auf der Erde war. Wir haben gesehen, wie Er in der Wüste mit dem Schwert des Geistes kämpfte, dem Wort Gottes und wie er die brennenden Pfeile des Bösen auslöschte. Deshalb ließ der Teufel ihn auch wieder in Ruhe. Vers 11 sagt es. Und auch Jakobus sagt es uns: Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen. Zieh also diese Waffenrüstung an und bekomme Kraft von dem Geist Jesu Christi. Ohne diese Rüstung sind wir nicht geschützt, werden wir sterben in diesem Kampf. Vergiss es nicht: ein echter Christ ist ein Soldat. Wir stehen mitten in einem Krieg zwischen den Großmächten: auf der einen Seite das Königreich Gottes und auf der anderen Seite die teuflischen, bösen Mächte dieser Welt. Neutralität gibt es nicht. In diesem Krieg kann man sich nicht in seinen eigenen armseligen Bunker einsperren. Entweder man benutzt die Waffenrüstung die Gott gibt, oder man kapituliert und stirbt irgendwann, ehrlos und einsam. Wenn wir aber die Waffenrüstung des Geistes anziehen, werden wir feststellen, dass Jesus uns tatsächlich schützt und wir uns an seinem großen Sieg beteiligen dürfen. Es wird deutlich, dass der Teufel in unserem Leben nicht mehr der Herrscher ist. Dass seine Kraft gebrochen ist. Und dass seine Tage gezählt sind. Unser Kampf, dein und mein Kampf, ist Jesu Kampf. Kennst du eine frohere Nachricht? Ich nicht. Amen Rankweil, am 24.02.2008 |