| 200 m unter dem Meeresspiegel - wer ist da selig? | ||||||||||||
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Text: Mt 5,1-16: 5,1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 5,2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 5,3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. 5,4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5,5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 5,6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 5,7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 5,8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 5,9 Selig sind die Friedfertigen;* denn sie werden Gottes Kinder heißen. 5,10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. 5,11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 5,12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind. 5,13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und läßt es von den Leuten zertreten. 5,14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 5,15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 5,16 So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. |
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Jesus
hat sich in Kapernaum niedergelassen, nachdem er viel gepredigt und Kranke
gesund gemacht hat. Die Menschen laufen ihm nach. Als sie zur Menge
anwachsen, steigt er auf eine Anhöhe mit Blick über den See. Das
griechische Wort "Oros" wird für Hügel oder Berg verwendet.
Eine Besonderheit: der See Genezareth liegt in einem gewaltigen
Grabenbruch, der sich bis ans Rote Meer zieht. So ist der See ~ 210 m
unter dem Meeresspiegel. Der Hügel ist nur etwa 20-30 m höher. Wir haben
hier eine Bergpredigt ca. 200 m unter dem Meeresspiegel. Die Örtlichkeit
gibt auch einen Hinweis auf den Inhalt der Predigt: Sehr hoch und sehr
tief! Hier sagt er - was und wie Reich Gottes ist. Er
tut das anhand - wie könnte es anders sein - der Thora (Weisung ist hier
das Alte Testament) und der Halacha (das "zu Befolgende" bzw.
"zu Gehende", das heißt: die Festlegung, wie die Gebote zu
befolgen sind). - Die Seligpreisungen! "Aschrej"
bzw. "Makarios" ist das erste Wort, das er sagt: "Glücklich,
zu beneiden, glückselig". Wer ist glückselig, zu beneiden? Jesus
sagt es schon in der ersten Seligpreisung: die, die im Reich Gottes sind! Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel. So
ist diese Aussage zu verstehen, denn Gott sagt durch den Propheten Jesaja
(57.15): Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Was
wird alles in dieser Welt getrauert und gelitten! Trauer um hungernde
Kinder und ölverseuchte Seevögel. Trauer um Verletzungen und Schuld.
Trauer wegen Verlust und Ungerechtigkeit. Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben. Sanftmut
ist mehr Mut als Todesmut! Sanftmut bedeutet den Mut aufbringen, nicht
zuzuschlagen - selbst wenn man es könnte. Es ist Lebensart und
Lebensrecht im Reich Gottes, darauf zu bauen, daß ER um uns besorgt ist
und für uns sorgt. Das entkrampft und gibt Möglichkeit Böses mit Gutem
zu besiegen (Römer 12.21). Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden. Hunger
und Durst setzt in Bewegung. Der "selige Christenstand" ist hier
"in action". Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren. Von Natur aus sind wir ausgerüstet mit Pepperoni-Blick für fremde Fehler, der hart macht wie Peppones Knüppel (Don Camillo und Peppone). - Hat Gott uns die Brille für uns selbst gegeben, ist es Wirkung des Hl. Geistes und logische Folge - barmherzig zu sein, wie der Christus im Gespräch mit Don Camillo. Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Gasparin,
der erste Mensch im All, wurde von der sowjetischen Propaganda gefragt, ob
er Gott da im Himmel gesehen habe. "Nein", sagt er. - Ein Mädchen
soll ihm daraufhin einen Brief geschrieben haben, mit der Frage, ob er
denn ein reines Herz habe. Psalm 32.2 preist denjenigen selig, dem der
HERR die Schuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist! Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen. Wer
im Senkrechten keinen Frieden, hat keinen Frieden im Waagrechten. Glückselig
die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Himmelreich. Hier prallen Machtblöcke aufeinander und es ist kein kalter, sondern ein heißer Krieg. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! So kann man auf beiden Seiten den Stammbaum feststellen: Getrieben und geschüttelt vom Durcheinanderwerfer (Diabolus) oder getrieben und aufgerüttelt von Gott. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln; denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch waren. Wir sind eingepflanzt in eine guten Stammbaum. Ein Sprößling in einer Menge von guten Trieben, die Unwetter und Stürme überstanden haben. Ihr seid das Salz der Erde - Ihr seid das Licht der Welt Salz
kann seine Kraft nicht verlieren - es würzt immer und versalzt manchen
die Suppe. Ein Christ ist ein Hinweis auf Gottes Plan, ein Zeuge des
auferstandenen Jesus. - Amen. |
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| Februar 1999 |