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Gottes Liebe sucht Intimität
Schriftlesung: 1. Könige 8,1-13
Predigttext: 1. Könige 8,12-13 Liebe Gemeinde,
Es war eine großzügige – sogar internationale – Operation, alle Materialien für den Bau von Gottes Tempel zu beschaffen. Und als der Bau endlich anfing war es… still.
Zuvor hatten sie alles fertig gemacht. Danach brachten sie die Steine und die Bretter/Bohle zum Platz, wo der Tempel gebaut wurde. Da konnten sie es dann so ineinander fügen – ohne Geräusch. In 1. Könige 6 steht: „Und als das Haus gebaut wurde, waren die Steine bereits ganz zugerichtet, so dass man weder Hammer noch Beil noch irgendein eisernes Werkzeug beim Bauen hörte (6,7)“. Es war still... mucksmäuschenstill!!
Warum? Weil man ehrfürchtig war. Beim Haus Gottes ist es nicht angemessen, Lärm zu machen. In der Nähe Gottes wird man still vor Demut/Ehrfurcht, nicht wahr, liebe Gemeinde, liebe Jugend? Wenn du glaubst, dass Gott hier ist, dann wirst du ehrfurchtsvoll und… still.
Ehrfurcht heißt nicht, dass es keine Freude geben kann. Als der Bau fertig war, kam der Moment der Übergabe. Alle Volksvertreter waren anwesend, die Priester trugen die Bundeslade des HERRN in den Tempel. Die Levitenchöre sangen – so berichtet die 2. Chronik; Priester bliesen auf 120 (ja, einhundertundzwanzig) Trompeten und dann geschah es… dann erfüllte die Wolke Gottes den Tempel. Ja, Er kam, der HERR akzeptierte dieses Haus und Salomo rief aus: „HERR, Du hast gesagt, Du wollest im Dunkel wohnen. So habe ich nun ein Haus gebaut Dir zur Wohnung, eine Stätte, dass Du ewiglich da wohnest.“
Er schreit es aus: „Gebaut, gebaut habe ich eine Wohnung für Dich – eine Stätte, zu Deinem ewiglichen Aufenthalt.“ Emotionell lässt Salomo hören, wie froh er ist, dass Gott da auch tatsächlich wohnen will. Dies ist ein großartiger Moment. Hier steht das Haus Gottes. Und Gott zieht in seine Wohnung ein. Die Wolke seiner Anwesenheit steigt hinab – die Fahne wird gehisst.
Es ist ein Höhepunkt. Gott zieht in seine Wohnung ein. Er will bei den Menschen sein. Auf diese Weise lernt man Gott kennen: Er will es wieder gutmachen. Er überbrückt den Abstand. Er sucht Kontakt, eine intime Beziehung zu den Menschen. So ist Er…
Erinnern Sie es sich? Die Geschichte in der Bibel zeigt uns den Charakter Gottes. Er ist die Liebe. Er sucht uns auf. Seine Liebe biegt sich zu mir. Das macht uns still. Gott sucht Kontakt zu mir.
Hier passt uns eine dankbare, gerührte und frohe Reaktion: „Herr, komm in mir wohnen, lass mein Geist auf Erden, dir ein Heiligtum noch werden;“ ( Gott ist Gegenwärtig Vers 7).
Dieser Moment des Herabsteigens Gottes ist ein Moment in der großen Geschichte Gottes, eines Gottes, der auf uns zukommt. Er lässt Sich darin immer mehr erkennen – im Kommen Seines Sohnes, im Herunterkommen Seines Geistes. Er lässt sich darin immer erkennen als der Gott der Liebe, der eine Beziehung mit Ihnen/uns will anfangen. Das ist die biblische Linie.
Das ist heute das Evangelium:
DIE LIEBE GOTTES SUCHT INTIMITÄT
1. Der Anlauf - Altes Testament 2. Der Durchbruch - Neues Testament
Der großartige Tag der Übergabe des neuen Hauses Gottes war um 11 Monate verschoben, sodass es mit dem Fest der Zelte, dem Laubhüttenfest zusammenfiel. Bei diesem Fest lebte das Volk Gottes in einem Zelt – einer Laubhütte – um der Zeit, in der sie – auch mit Zelten - durch die Wüste herumwanderten und der Herr mit ihnen ging, zu gedenken. Wie wussten sie damals, dass der Herr da war? Als Moses das Zelt Gottes fertig gestellt hatte, ließ der Herr merken, dass er da wohnen wollte. Die Bibel erzählt: Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des HERRN erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte hineingehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des HERRN die Wohnung erfüllt. (2. Mose 40,34-35).
Nach der Reise durch die Wüste war die Zeit angebrochen, dass Israel im versprochenen Land in Häusern wohnen konnte, aber… die Bundeslade blieb in einem Zelt. Gott blieb mobil. Es war Krieg. Die Bundeslade ging in Davids Zeit aufs Schlachtfeld mit. Das wird erzählt von einem Heiden. Es ist Uria, der Mann von Batseba. Als seine Frau schwanger ist von David, will der König ihn bei seiner Frau im Bett haben. Aber Uria sagt dann unter anderem: Uria aber sprach zu David: Die Lade und Israel und Juda wohnen in Zelten…(2. Samuel 11,11).
Gott steht auf zum Kampf… aber jetzt ist die Kriegszeit vorüber. Unter der Herrschaft Salomos – des Königs des Friedens – gibt es Ruhe von allen Feinden. Jetzt ist die Zeit, dass auch Gott zur Ruhe kommt: Er wird in einem Haus wohnen : Er zieht ein und… ER bleibt!
Dann – in diesem besonderen Moment – sprach Salomo: „HERR, Du hast gesagt, Du wollest im Dunkel wohnen.“ Das ist eine freudige Erkennung.
Salomo erkennt den Gott Moses wieder. Der HERR lässt Sich durch eine Wolke kennen. Er zeigt Sich, aber nicht ganz. Er bedeckt Seinen göttlichen Glanz – das Feuer Seiner Herrlichkeit – mit einer Wolke. So begrüßt Salomo den HERRN, als den Gott, der ‚im Dunkel’ wohnen will.
Die Wolke heißt , dass er da ist… und Sein Kommen ist Friede. Sehen Sie ein warum? Siehst du die Liebe Gottes? Er kommt nicht in Feuer. Er bedeckt mit einer Wolke Seine Heiligkeit, Sein heiliges Feuer. Ein sündiger Mensch wird dadurch verbrannt… wenn nicht der HERR Selbst in Seiner Gnade das Feuer hemmt. Er kommt jetzt in der Wolke um Kontakt zu suchen, nicht um Sünder zu strafen.
Salomo ruft froh und emotionell: „So habe ich nun ein Haus gebaut Dir zur Wohnung, eine Stätte, dass Du ewiglich da wohnest.“ Gott bleibt jetzt in diesem Haus. Die Wolke geht nicht mehr in die Luft, wie aus dem Zelt. Hier wird der HERR ewiglich wohnen. Hier wird Er immer bleiben.
Stimmt das? Blieb er immer da wohnen? Nein – leider – später hat Gott den Tempel verlassen. Er will dann nicht länger zwischen Menschen, die nicht gehorchen wollen, wohnen. Er will nicht zwischen Menschen, die Ihm ihr Herz nicht geben wollen, wohnen. Sie fingen an Abgötterei zu treiben. Könige bauten – abscheulich – Altäre für andere Götter um den Tempel herum oder sogar im Tempel. Gott warnte sie, aber sie blieben ungehorsam. Und dann zieht Er fort… die Wolke steigt wieder auf. Der Prophet Ezechiel sieht die Herrlichkeit Gottes aus dem Tempel verschwinden (Ezechiel 11,22-23).
Und wenn der Tempel leer ist, der Hauptbewohner weggegangen ist, die Fahne Gottes Anwesenheit runtergeholt ist, kann das Feuer hinein… das haben die Feinde Gottes sodann auch getan. Gott ist verschwunden aus Jerusalem. Gottes Volk ist außer Gott. Die anderen Völker spotten über die Verbannten: ‚Wie geht es euch? Geht es euch schlecht? Ist Gott nicht mehr unter euch? Wohnt Er nicht mehr bei euch?
WIR SINGEN PSALM 79
Die Heilsbotschaft ist:
DIE LIEBE GOTTES SUCHT INTIMITÄT
1. Der Anlauf - Altes Testament 2. Der Durchbruch - Neues Testament
„Adam, wo bist du?“ Gott sucht Kontakt? So ist ER und die Bibel enthüllt uns was er alles tut, um uns wieder auf zu suchen. Dass der HERR in eine Stätte in Jerusalem zieht, ist ein großartiger Moment, aber Gottes Ziel ist noch nicht erreicht.
Erstens wohnt Gott noch allein. Der HERR zieht ins Heilige der Heiligen ein. Beim Tempel hatte schon ein außerordentlicher Blutstrom angefangen zu fließen, wodurch Gott in Sein Haus einziehen konnte, aber alle Sünden konnten dadurch nicht aufgeräumt werden. Gott blieb auf Abstand. Außerdem blieb Gott nicht, wegen der Ungehorsamkeit des Volkes. Das war das zweite Problem. Daraufhin zog Gott weg.
Misslang Gottes Absicht? Ist das Alte Testament die Geschichte von misslungenen Liebeskontakten? Ja sicher – unseretwegen misslingt es. Von sündigen Menschen aus ist kein durchgehender Kontakt zu Gott möglich. Das ist die Botschaft des Alten Testamentes.
Wenn wir gesehen haben, dass es durch uns immer wieder zerbricht, sehen wir im Neuen Testamente den Durchbruch kommen. Gott lässt sich darin völlig kennen. Er kommt mit aller Macht auf Menschen zu. Er bricht voller Lieber aus dem Himmel. Und Er macht möglich, was uns nicht möglich ist.
Erstens räumt Gott alle Sünden auf. Er gibt Seinen Sohn. Christ bringt das Opfer, das alles in Ordnung macht. Das Blut Jesu säubert alle Sünden. Und wenn Jesus in die Welt kommt, wohnt Gott nicht langer im Tempel getrennt. Er sucht die Menschen. Er zeigt Sein Licht – Seine Herrlichkeit – außerhalb des Tempels den Hirten auf dem Felde (Lukas 2). Er kommt und wohnt zwischen den Menschen. Warum kann Gott jetzt wohl zwischen den Menschen wohnen? Weil das Blut Jesu alle Schuld wegschafft… Gott naht.
Aber – was ist denn das zweite Problem? Das ist die Querköpfigkeit der Menschen. Sein Sohn kann schon die Sünden wegräumen, aber wird unsere Querköpfigkeit dann nicht wieder die Beziehung zerstören?
Auch dieses Problem löst der HERR: der Heilige Geist kommt. Gott wohnte nicht nur zwischen Menschen, als Sein Sohn auf Erde kam, aber Er wohnte nach dem Opfer auf Golgatha sogar in Menschen. In Menschen, die durch das vollkommenen Blut Jesu gewaschen werden (sind). Die Menschen werden das Haus, in dem Er wohnen will. Sie werden Sein Tempel. Er zieht in uns ein: Er heilt uns von unserer Ungehorsamkeit. Er rett uns von unserer Querköpfigkeit. Er macht dein Herz zu einer Wohnung von Liebe und Übergabe an Gott. Er macht es ein Herz von Anbetung und Folgsamkeit. Der Geist will in dir wohnen. Er wird dich Gott widmen…
Willst du das? Ist das dein Wunsch? Willst du Kontakt zu Gott oder willst du ohnehin deinen eigenen Weg gehen? Legst du die Bibel zur Seite und unterdrückst die Wirkungen des Heiligen Geistes in deinem Herzen? Willst du Gott kein Tempel sein? Dann machst du alles kaputt, denn die Sünde gegen den Heiligen Geist…
Lassen wir uns bekehren. Lass unsere Sorge nicht länger sein, ob wir unseres Vergnügen bekommen, sondern, ob mein Hart, unsere Gemeinde Sein Tempel ist – Ihm eine Wohnung mit einer Atmosphäre von Anbetung, Hingabe, Heiligkeit und gegenseitiger Liebe:
„Herr, komm in mir wohnen, lass mein Geist auf Erden, dir ein Heiligtum noch werden.“
Sehen Sie, siehst du, was Gott will? Gottes Liebe sucht Intimität. Wissen Sie? – das bestimmt auch unsere Zukunft. Darauf arbeitet Er hin… den Tag, dass aller Abstand fort sein wird.
Das wird Sein Tag. Dann wird ER bei uns sein und sind wir bei Ihm – in der engsten Beziehung, die du dir vorstellen kannst. Und wenn es soweit ist, kommt eine entzückte Stimme aus dem Thron Gottes: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Er ist dann bei uns – für immer und immer.
Gott sucht Kontakt. Er sehnt sich nach dem Tag. Sie, du auch? Wohnt der Geist Gottes wirklich in dir? Wie weiß ich, ob der Geist in mir ist?
Wenn das so ist, wenn Der Geist Gottes wirklich in dir ist, dann fühlst du soviel Liebe und Wärme, dass du dich sehnst nach dem Tag,
AMEN
Rankweil am 19.3.2006 |